Sonntag, 26. Januar 2014

#10 ...wir sind ja schließlich nur einmal jung.



Nach nur zwei Tagen in Windhoek, ging es auch schon weiter auf meinen zweiten Trip, den Mietauto-mit-Dachzelt-und-kompletter-Austattung-Luxustrip, der mich mit den alten Hasen Ferdi und Peter und den Newbies Fabi und Tim in den Süden Namibias führen sollte.

Unser erstes Ziel war der Fish River Canyon. Wir kamen aber erst nachmittags in Windhoek los und durften dank Mietauto nur 90 km/h fahren. Da sich die Fahrer da auch brav drangehalten haben, war unsere erste Etappe in Mariental beendet und wir haben unsere erste Nacht im DACHZELT! auf einem unspektakulären Campingplatz in der Pampa verbracht. Ah halt, die Achterbahnfahrt war auch hier noch nicht vorbei und ganz plötzlich sind die Träume vom vermeintlichen Luxusurlaub nach den zwei Wochen Abenteuer auch geplatzt. Uns wurde die Gasflasche geklaut. Und der ganze Inhalt einer Equipmentkiste. Nach ein bisschen Detektivspielerei kamen wir zu der Theorie, dass jemand in der Nacht zuvor die Schiebefenster des Kofferraums geöffnet haben muss um alles rauszunehmen, was durchgepasst hat. ... Es hätte ja auch mal auch nur für einen Tag was gut gehen können, aber ja. Mit uns kann man’s ja machen, wir sind’s ja mittlerweile gewöhnt.
Alors, am nächsten Morgen kamen wir dem Canyon nach einem kurzen Stopp in Keetmanshoop immer näher, haben den Tag aber dann außerhalb des Ai-Ais-Nationalparks am Pool des Canyon Roadhouse und später mit einem leckeren Braai ausklingen lassen.
Endlich, endlich sind wir dann am nächsten Morgen bei Hobas durch das Gate gefahren und haben den Fish River Canyon erreicht.
Welcome to the second largest canyon of the world!


An mehreren Aussichtspunkten entlang des Canyons kann man eine faszinierende Aussicht genießen und man kommt sich unglaublich klein und unwichtig vor, wenn man so etwas krasses vor Augen hat. Während ich versuchte damit klarzukommen, dass meine Augen ganz und gar nicht einschätzen konnten wie tief und weit dieses „Loch“ ist, haben die Jungs ihrem Echo zugehört und Fabi und Peter sind dann tatsächlich (verbotenerweise, aber wir können ja nicht so gut Englisch) hinunter geklettert und auch irgendwann wieder oben angekommen und wir konnten weiterfahren zu den heißen Quellen von Ai-Ais. Diese Schwefel-Chlor-irgendwas-Quellen wurden in der Nähe des südlichen Ende des Canyon entdeckt und sind ca. 60 Grad heiß. In Ai-Ais, einer Ressortanlage mit kleinem Shop und Mini-Tanktelle wird dieses Wasser in den Pool und die Spa-Anlagen geleitet, sodass wir während unserer Zeit in Ai-Ais eigentlich nur in der „Badewanne“ waren. Die Jungs hatten auch bei den heißen Quellen eine permanente „Oh Gott, ich brauch n Bier“ –Attacke und ich habe aufgehört zu rechnen, wie viel Geld wir für diese Männlichkeitsphasen eigentlich ausgeben. An diesem Punkt rate ich jedem Mädel da draußen, nicht ohne weitere weibliche Gesellschaft und vor allem nicht geistig unvorbereitet auf einen Jungs-Trip zu gehen.
Diese depressive Stimmung hat sich aber auch immer wieder gelegt, ich glaub also nicht dass ich die Fassung verloren hab.
Deeeenn....dann stand der in meinen Augen schönste Teil des Trips bevor, was ich aber vorher auch nicht wusste. Von Ai-Ais aus sind wir weiter Richtung Südafrika gefahren, von der Teerstraße irgendwann auf die Schotterstraße und kamen in den Genuss, stundelang durch menschenleere, jedoch wunderschöne Landschaften zu fahren. Erst hier wurde mir richtig bewusst, wie weit und leer dieses Land doch ist. Es war wunderbar. Wir haben, abgesehen von einem einzigen Auto, keine Menschenseele getroffen bis wir zur südafrikanischen Grenze kamen. Ich war totmüde, konnte aber kein Auge zutun, weil es trotz der Einsamkeit dort unten soo viel zu sehen gab. Natürlich ist dort unten alles sehr trocken, wir haben deshalb auch nur einmal eine mini-kleine Antilope gesehen – und ein Haufen Gestrüpp und riesige Felshügel, Berge und vor uns die niemals endende Straße gen Süden. Geebnet wurde diese Straße auch nie, deswegen war diesmal auch das Bauchgefühl einer Achterbahnfahrt entsprechend. Fabi wollte auch den Fahrersitz nicht mehr hergeben und hat seine Vorliebe für gravel roads entdeckt. Die tollste Entdeckung jedoch war, als wir um eine Kurve fuhren und vor uns den Orange River, die Grenze zu Südafrika, in all seinen knalligen Farben erblickt haben. Eine wunderbare Aussicht, Ankunft im Paradies.



Als nächstes stand Lüderitz auf dem Programm und wir mussten den Orange River wieder Richtung Nordwesten verlassen. Einige Kilometer vor der Stadt mussten die Jungs ein bisschen Energie loswerden und sind ein paar Dünen hochgerannt, es war allerdings so windig, dass alles komplett sandig war, jeder Sandkörner in den Augen hatte und wir schnell weiterwollten. Peter’s Highlight war, dass wir kurze Zeit später wieder Radio hören konnten, da Hitradio Namibia seit neustem auch Frequenzen in Lüderitz hat! „Peter und seine Gang“ wurden sogar von seiner Kollegin mit einem Lied gegrüßt, yeaaah... Die Ankunft in Lüderitz bot uns ein schönes Bild des Hafens im Abendlicht.



Wir haben die Shark Island Campsite aufgesucht, die auf einer Halbinsel liegt, und den allerschönsten Campingplatz gefunden. Mit Abstand mein Favorit bisher.

Unser Stellplatz

 Ein gemütliches Bier auf dem höchsten Felsen während dem Sonnenuntergang am Meer, und alle hatten sich lieb. Das war ein Freitag. Gegessen haben wir im einzigen Restaurant, das wir gefunden hatten und das offen hatte. Der Abend und die Nacht daanch waren, let’s say spaßig, aber der Sternenhimmel war so schön, dass ich eigentlich nur eingemummelt auf den Felsen lag. Auch am nächsten Morgen, Samstag, hatte noch nicht mal der Spar offen. Wunderbares verschlafenes Küstenstädtchen :-)
Am Morgen sind wir noch einmal um die Halbinsel unterhalb von Lüderitz gefahren, wo wir eine windige, aber tolle Aussicht auf's Meer hatten und Robben, und von weitem auch Pinguine gesehen haben.




Leider stand Samstag auch für Aufbruch und wir müssten uns schon wieder auf den Weg nach Windhoek machen. Auch das waren zwei Etappen und wir haben die Nacht bei Skyfall, I mean Seeheim verbracht. Ein gruseliges Hotel im Jägerstyle – der Besitzer hatte einen crazy Vogel auf seiner Schulter sitzen, der ihn auf Kommando geküsst hat. Vor dem Dinner konnten wir den Brüdern unseres Essens noch Hallo sagen...



Wir mussten dann sogar selbst das Licht überall ausschalten als wir fertig waren mit essen, weil beide Angestellte und der Besitzer ins Bett gegangen sind. Oder die Kettensäge holen...

Guten Morgen und Abfahrt zurück nach Windhoek! Am Montagmorgen, sollten wir wieder arbeiten... und alles was ich wollte war eine Woche Urlaub vom Urlaub. Puuh.

Viele Regenstunden, Sonnenstunden und hunderte Fotos später, tausende Dollars weniger, dafür einige Falten und Erfahrungen mehr und meine afrikanischen Sommerferien sind auch vorbei.
Alles in allem eine abenteuerliche und schöne Zeit, der Übergang zur zweiten Hälfte meines Freiwilligendienstes. Und auf einmal machen alle so, als geht das ganze jetzt schon dem Ende entgegen. Ich höre ständig, "ihr seid ja eh bald weg" und wir müssen tatsächlich demnächst unsere Nachfolger aussuchen! Oh gott...

Jetzt ist jedenfalls schon seit zwei Wochen wieder Schule und unsere Testphase an der BAS hat begonnen. Ich hatte so viel Spaß die letzten Tage mit den neuen Kids, für mich ist das neue Konzept jetzt schon aufgegangen :-) Es ist wirklich süß, noch sind alle so schüchtern und lieb und wir bekommen jeden Tag die Hand geschüttelt, „Good afternoon Coach Julia, Good afternoon Coach Ramah, Good...“ und bisher sind sie noch sehr motiviert für Mathe und Englisch und am Donnerstag wollten sie sogar lieber ein Arbeitsblatt weitermachen als zum Court zu gehen! Crazy! Wir haben 12 Jungs und 2 Mädels, alles 6. Klässer, außer Gerson, der in der 7. Klasse ist und von den älteren noch dabei ist. Die anderen „alten“ kommen 3 mal die Woche.


Mariama, Tiree, Seke, Norman & Jinola


Jedenfalls find ich es viel besser, wie wir’s jetzt machen. Mathe und Englisch abwechselnd, und unsere eigenen Übungen und Themen statt Hausaufgaben. Und hey es macht sogar echt Spaß die Stunden vorzubereiten. (Ich mach Mathe, Ferdi Englisch). Also bisher alles bombe und ich hab mich jetzt schon mindestens 3 mal verliebt. :-)

Soo... Guess what. Nächsten Freitag werde ich schon wieder mit gepackten Koffern das Haus verlassen und mit dem Intercape-Bus nach Kapstadt tuckern. Das Freunde-Seminar wartet! Obwohl wir die Woche über außerhalb von Kapstadt in irgendeinem kleinen Weinort sein werden, haben wir finde ich Glück, dass unser Seminar nicht in Windhoek ist... Ich bin gespannt!

Ein bei Nacht beleuchtetes Boot auf dem Meer
Das war’s erstmal wieder aus Namibia...Ich hoffe euch allen geht's gut und melde mich wieder mit News aus Südafrika ;-)


XX

Samstag, 18. Januar 2014

# 9 Eine Achterbahnfahrt durch das südliche Afrika




Hello again!


Auch ich bin tatsächlich in 2014 angekommen und wünsche euch hiermit noch nachträglich ein dickes Happy New Year!

Die letzten Wochen waren crazy, ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll.
Erlebt haben wir viel, so viel, dass ich manchmal lieber für einen Tag die Augen zugelassen hätte um die ganzen Eindrücke und neuen Bilder in meinem Kopf zu genießen und zu verdauen. Es waren 3 Wochen, 4 Länder, 5 Währungen und unzählige Abenteuer;)

Die geplante Reiseroute kennt ihr ja schon, aber da wir hier in Afrika sind und Pläne eher selten in Erfüllung gehen, ist so manches anders gekommen. Los nach Botswana ging’s dann aber trotzdem einigermaßen pünktlich - mit Peter, Ferdi und Ndiili und der Alten Dame, unserem Toyota. Kaum am ersten Camp im botswanischen Busch angekommen, wurden wir beim Zelte aufbauen vom Regen überfallen. Für ein richtiges Feuer hat es leider auch nicht gereicht und so wurde es ein relativ frustrierender erster Abend unseres Trips.



Lebendige Diskussionen über Gott und die Welt haben aber die Moral erhalten und wir haben das Camp am nächsten Tag einfach hinter uns gelassen und sind einen Tag früher nach Maun aufgebrochen. Fasziniert von dem ganzen Grün um uns herum, sind wir an unzähligen Kühen, Eseln und Ziegen am Straßenrand vorbeigefahren. Vorher hat uns ein Schild mit der Aufschrift „Animals have right of way“ (Tiere haben Vorfahrt) vorgewarnt, dass es eine hindernisreiche Fahrt wird. Wie so oft auf diesem Trip hat es während der Fahrt angefangen zu regnen, aber auf einmal wurde es so krass, wir die Straße nicht mehr gesehen haben und anhalten mussten. Erst dann haben wir realisiert, dass da Hagel vom Himmel kommt – verrückt! In Maun hat uns ein flippiges Backpackers erwartet, am südlichen Ende des Okavango Deltas gelegen und somit direkt am Wasser und ausgestattet mit einer tollen Bar, einer großen Küche für Camper und sehr gemütlichen Couches und Hängematten. 





Da unsere Vorbereitungen vor Abfahrt auch nicht nach Plan gelaufen sind, hatten wir nach wie vor nichts als namibische Dollar, während man in Botswana mit Pula bezahlt. Nett, der etwas alkoholisierte Herr an der Rezeption, der uns direkt mal 600 Pula (50 Euro oder so) für ein Willkommensbier an der Bar geliehen hat. In Maun waren wir insgesamt vier Nächte, inklusive Weihnachten. Am 24. haben wir uns für einen Mokoro-Trip ins Delta eingetragen; Mokoros sind Kanus, die traditionell aus Leberwurstbäumen gemacht werden. Eine kostspielige Angelegenheit, die sich für mich nicht zu 100% gelohnt hat, da die Fahrt an sich einfach zu lange war und Ferdi und ich im Gegenteil zu den anderen Boats eine etwas älter Dame als Staker hatten, die mir nach 10 Minuten schon leid tat, weil wir immer ganz hinten waren und Schlangenlinien gefahren sind. Trotzdem war es sehr schön und beruhigend auf klarem Wasser zwischen den hohen Gräsern durchzugleiten und den Libellen hinterher zu gucken. Der eingeplante Stop für einen „Game Walk“ auf einer Insel war in meinen Augen ein riesengroßer Witz, weil die Guides (in Badelatschen und ohne jegliche Ausrüstung) uns eine Ewigkeit IM GÄNSEMARSCH über eine große, eher leere Wiese geführt haben, als würden wir gleich was entdecken. Das einzige Tier auf dieser Tour war ein Wurm, den Peter in einem Baobab-Baum entdeckt hat. April, april.






Weihnachten wird in Namibia bzw. glaube ich generell im südlichen Afrika am 25., dem Christmas Day, gefeiert. Für mich war der Tag vergleichsweise unspektakulär, da ich außer viel zu essen und einer kleinen Bootstour nicht viel gemacht habe. ABER die tollste Weihnachtsüberraschung war, dass früh am morgen plötzlich, ca. 4 m entfernt von uns im Wasser, ein Hippo aufgetaucht ist. Die Dinger sind rieeeeeesig! Aber so knuffig irgendwie hihi, kaum zu glauben, dass das Nilpferd eins der gefährlichsten Tiere auf der Welt ist.




Zur Feier des Tages wurde schon ab früh morgens ein Spanferkel gegrillt, was dann nach langer Warterei nachmittags irgendwann verzehrt wurde.
Auch während diesen Tagen in Maun ist Einiges passiert: in vier Tagen in Botswana ist Peters Kreditkarte zweimal vom Automaten eingezogen worden, Ferdi wurde innerhalb von zwei Wochen sein zweites und drittes Mal geblitzt und die Batterie der Alten Dame hat den Geist aufgegeben nachdem die Alarmanlage angegangen war. Jörg aus Bayern ist aber dann freundlicherweise mit seinem Überbrückungskabel angerückt und hat uns gerettet. Ansonsten haben wir unser Equipment ein bisschen zur Probe gestellt und einige Leckereien gekocht und gegrillt. Schöne Zeit!

Und weiter ging die gute Fahrt... (im Nachhinein ärgerlicherweise) zurück nach Namibia. An diesem Punkt wurde unser Trip offiziell zur Achterbahnfahrt durch das südliche Afrika, geprägt von unserem Glück im Unglück im Glück im Unglück. Schlechtes Timemanagement hat uns dazugeführt, dass wir kurz nach 18.00h an der Grenze ankamen und aus Botswana noch ausreisen durften, aber nicht mehr in Namibia rein. Die Nacht im Niemandsland mit Sicht auf Elefantenherden zu akzeptieren wäre wohl eine kluge Entscheidung gewesen, aber dank einem Grenzbeamten (oder was auch immer dieser Mann für eine Funktion hatte), durften wir nach Namibia fahren unter der Bedingung, dass wir unsere Pässe an der Grenze zurücklassen und sie dort am nächsten Morgen wieder abholen. Lose-lose-situation, unser Ziel Katima Mulilo konnten wir dann trotzdem nicht anfahren, weil wir ja zurück zur Grenze mussten. Also haben wir uns auf die Suche gemacht nach dem empfohlenen Camp Chobe, was wir aber dank schlechter Sicht am besagten Abend erst Tage später auf dem Rückweg gefunden haben. Zufällig (Dummerweise) habe ich dann ein Schild zu einer anderen Campsite entdeckt: „Salambala“. Unfreiwillig wurde die Nacht um ein paar Stunden verlängert, als wir auf der einspurigen Dirt Road, die ein paar Kilometer durch den Busch führt und nach dem Regen natürlich mit Schlammlöchern übersät war, stecken blieben. Mitten im nirgendwo, umringt von nichts als Bäumen und in Gedanken auch Elefanten, Leoparden und Löwen, sind die Jungs ausgestiegen und haben mithilfe von Ästen und ihrer unendlichen Kraft das Auto befreit, während ich die Rolle der Prinzessin auf dem Fahrersitz übernehmen durfte.





Mir war schon die ganze Fahrt schlecht und ich wollte nichts mehr als mich endlich hinlegen zu können. Aber alles war dreckig, alle hatten Hunger, überall Moskitos und für mich war das einfach viel zu unheimlich um klar zu denken... furchtbarer Abend.
Am nächsten Morgen hieß es eigentlich nur raus hier, zurück zur Grenze und Abfahrt Richtung Norden. Tja, dann war da die gute Frau von der Rezeption, die uns empfohlen hat, diesmal den anderen Weg zu nehmen, der viel besser sei, weil dort kein Schlamm ist. Nach gefühlten 10m sind wir dann im Sand stecken geblieben. Es hat sich angefühlt wie Geburtstag, Weihnachten und Abiball zusammen... Das Problem war diesmal noch 10mal größer, da die Reifen beim Anfahren immer nur tiefer in den Sand gegraben haben. Nach einigen Buddel-Versuchen haben wir aufgegeben und Verstärkung gesucht. Mithilfe weiterer starken Männer hatten wir die Alte Dame nach ein paar Stunden wieder zum Laufen gebracht. Da unser treuster Fahrer (unbekannt) danach, wegen der Schlammlöcher nichts mehr riskiert hat, sind wir echt über den engen Waldweg Richtung Straße gerast. Dass wir unterwegs zweimal wenige Zentimeter vor einem Baum zum Stehen kamen, war schon wieder vergessen als wir endlich, endlich die Teerstraße erreicht haben. In Katima Mulilo (fast am Ende des Caprivi Streifens) konnte uns nach der vorherigen Nacht niemand daran hindern im PROTEA Hotel einzuchecken und uns eine Runde an den Pool zu legen. Die Achterbahn fuhr wieder bergauf, gecamped haben wir auch dort, direkt am Fluss bei den Hippos. Das Cordon Bleu aus Hähnchenfleisch war aber dann wieder nicht so ganz mein Fall.


Die Tage bis zum neuen Jahr waren gezählt und nach diesem kurzen Aufenthalt in Namibia ging es weiter nach Zimbabwe, wo uns die Victoria Fälle erwartet haben. Aber hey, wär ja krass, wenn das einfach mal problemlos verlaufen wäre. Mit uns an der Grenze angekommen, waren auch gefühlt die Hälfte aller Festivalbesucher. Geduldig standen wir in der Schlange bis wir ganz vorne waren, nur um herauszufinden bzw. daran erinnert zu werden, dass das Visum pro Person 30 US-Dollar kostet, oder auch 300 Südafrikanische Rand oder alle anderen Währungen, die wir nicht bei uns hatten, weil keine Windhoeker Wechselstelle Rand für uns hatte bevor wir gefahren sind. Ist wohl doch nicht immer so das wahre, dieser African Way...von wegen „we’ll see and make a plan when we get there“. Zufällig hat Peter an der Grenze dann eine Kollegin getroffen, die auch das Ziel Vic Falls hatte und uns ein paar Scheinchen geliehen hat. Als sie abgefahren war, hat man uns mitgeteilt, dass auch das Auto noch mal 600 Rand kostet. Unglück...Glück...Unglück..und jetzt? Glück! Der Beamte an der Schranke hat sich ein paar Dollar verdient indem er uns Namibia Dollars gegen Rand getauscht hat. Mamma Mia. Der arme Peter, größter mir bekannter Gegner aller Polizei- und Grenzstationen, ist mittlerweile die Wand hochgelaufen. Aber heeey.....ab zu den Victoria Falls! Auch die Suche nach unserer Campsite hat sich als kompliziert herausgestellt, da sie anscheinend fünf verschiedene Namen hat und ein paar Kilometer außerhalb der Stadt Victoria Falls liegt. Dort angekommen, völlig geschafft und so erleichtert als wir endlich Allan im Scheinwerferlicht herumspringen sahen und wussten, dass wir richtig sind.

Die Tage in Vic Falls waren auch sehr ereignisreich und...nass. Am ersten Tag haben wir mit den zwei neuen Allan und Mike (die für die Zeit im Zimbabwe bei uns waren) die Fälle angesteuert. Direkt zu Anfang merkt man schon dass die Luftfeuchtigkeit erheblich steigt je näher man an die Fälle kommt, aber dass wir ca. in der Hälfte komplett durchnässt sein werden, damit haben wir nicht gerechnet.  Angeblich treibt der Wind das Wasser von den Fällen so hoch, dass es quasi als Regen wieder herunterkommt. (Ich bin aber immer noch nicht ganz davon überzeugt davon, dass da nicht doch ein Regenschauer mit im Spiel war.) Wie auch immer, es war ein spitzenmäßiges Gefühl (jeder Fan von Sommerregen weiß, was ich meine), im warmen Regen an einem der schönsten Orte der Welt zu sein und an den Vic Falls entlangzulaufen. Ab und zu kam dann auch die Sonne ein bisschen durch die Wolken durch und wir haben knallige Regenbogen gesehen. Es war aber auch einfach toll, am Abgrund zu stehen und zu beobachten wie die mächtigen Wassermassen in die Tiefe fallen... wunderbar. Nachmittags sind wir nach Sambia gelaufen und haben von dort aus ein paar Bungee Sprünge beobachtet und sambische Burger gegessen :-)
der Akku meiner Kamera war leer...das einzige passable Bild:(

Der nächste Tag hat für Peter, Ferdi und mich sehr früh begonnen...ab geht’s....Zambezi River Rafting! Was ein Abenteuer – auf dem Zambezi River, der zwischen Zambia und Zimbabwe fließt hatten wir, zumindest ich, einen anstrengenden Vormittag voller Glücksmomente und Adrenalinschübe und Lachflashs. Wir haben crazy Stromschnellen überlebt, sind mit dem Strom geschwommen, haben Krokodile gesehen, sind von (8-10m?) Klippen gesprungen, haben uns mit unserem Boat umkippen lassen und haben in Wasserschlachten und Kenterversuchen gegen die anderen Boote gekämpft. Danach stand uns ein super anstrengender Hike bevor um zurück zu den Bussen zu kommen. Oben angekommen, hat aber erstmal ein sehr, sehr leckeres Mittagessen auf uns gewartet. Um ca. 15 Uhr waren Ferdi, Peter und ich dann ready für die Gute-Nacht-Geschichte...



Aber halt, wir hatten ja Tickets für den Vic Falls Carnival für den und den nächsten Tag. Der erste Abend ist leider komplett ins Wasser gefallen und da das Festival vor allem was den Aufbau angeht nicht ganz so fortschrittlich war, gab es keine Zelte, von welchen man die Bühne richtig sehen konnte und es war nur sehr wenig los. Dafür war der Silvesterabend um so besser. Wir hatten Glück und bis Mitternacht hat es keinen Tropfen geregnet. Die Musik hat uns auch viel besser gefallen, vor allem als wir einen unserer Rafting-Buddies auf der Bühne wiedererkannt haben. Jeremy Loops aus Cape Town, wen’s interessiert ;-) Wir haben also das neue Jahr sehr gut angefangen - war auch mal toll statt der traditionellen Wanderung ins Feld irgendwo um Landau, in einer großen Menge von Leuten zu stehen, die alle zusammen den Countdown runterzählen.

Jajaaaa..am nächsten Tag ging’s schon wieder weiter, bye-bye Zimbabwe, schön – und teuer wars. ((In Zimbabwe wurde vor ein paar Jahren der US-Dollar als Währung übernommen, ich glaube wir haben die Hälfte unserer Reisekasse in Zimbabwe gelassen.))
Zurück in Namibia (wieder durch Botswana, die dritte Fahrt durch Chobe, die Elefanten waren immer noch toll:)) haben wir zuerstmal Allan und Mike in Katima Mulilo rausgeschmissen um uns dann die Caprivi Region (seit neustem: Zambezi Region) vorzunehmen. Der Plan war zu fahren, bis es dunkel wird und dann im Auto zu schlafen um am nächsten Morgen gleich weiterzufahren.

Da kam aber auch schon das nächste Down auf uns zu: In strömendem Regen und Dunkelheit, 20 Kilometer vor Kongola, unserem Etappenziel, haut Ferdi plötzlich richtig auf die Bremse und zieht das Auto nach rechts auf die Gegenfahrbahn um ein paar Meter weiter stehen zu bleiben. Irgendwas lag auf der Straße, das aussah wie ein Moped oder Fahrrad. Auf dem Weg zurück erkennen wir, dass ein Mann unter seinem Fahrrad auf der Straße liegt. Oh gott. Wir haben ihn um wenige Meter umfahren, es scheint echt knapp gewesen zu sein. Nachdem wir zuerst zögerten, ob wir aussteigen sollen oder nicht, weil man nie wissen kann, ob das nun Fake ist oder nicht, ist der Mann langsam aufgestanden und offensichtlich total betrunken an den Straßenrand gehinkt. Das Auto, das eine Minute später angerast kam, wäre definitiv zu schnell gewesen um ihn zu sehen. Wir standen alle etwas unter Schock.... Eine schaurige und enge Nacht im Auto stand uns bevor.

Die Tage danach waren Faulenzertage im Ngepi Camp bei Divundu, auch noch im Caprivi Streifen. Wobei man sagen muss, dass wir keine Wahl hatten als nichts zu machen, denn es hat durchgängig geregnet und die Klamotten, die man im nächsten Bild sieht, waren vier Tage später immer noch nicht trocken. So auch wir, alles war klamm vom Zelt bis zum Auto und es wurde langsam ungemütlich. Schade, denn das Camp war wirklich toll, wieder direkt am Wasser. 


Also ging’s zurück nach Ongwediva, Ndiilis Home town, wo Peter und ich zum ersten Mal waren, Ferdi schon ein paar mal. Der Norden Namibias war plötzlich wieder heiß und trocken, was ich ungewöhnlicherweise als richtig angenehm empfunden habe...für ein paar Stunden. Wir haben leckeres Essen von Ndiilis Mama bekommen und ein paar Sachen in der Umgebung unternommen, bevor der Trip dem Ende entgegen ging... Mit einem Bekannten konnten wir in lockeren 6 Stunden die 720 km zurück nach Windhoek fahren...auf Ledersitzen! Windhoek war auf einmal super grün und ich habe es fast nicht wiedererkannt, aber es tat gut, wieder zu Hause zu sein :-)))

So viel zum ersten Trip meiner namibischen Sommerferien... der zweite Trip in den Süden in der Woche danach ist natürlich auch der Rede wert, aber dazu mehr beim nächsten Mal ;)

Ich hoffe, ihr habt das neue Jahr alle gut angefangen und freue mich wie immer von euch zu hören!
Julia


Donnerstag, 19. Dezember 2013

#8 - Lasst uns froh und munter sein...

Donnerstag, der 19. Dezember. Mir ist so warm. T-5 Tage bis Weihnachten. Hat sich noch nie so unrealistisch angefühlt. Und ich war noch nie so wenig in Weihnachtsstimmung wie dieses Jahr. Die Nikolausmützen auf dem Kopf der Kassiererin befinden sich dort schon seit Anfang November und Weihnachtsbeleuchtung gibt’s nur unten in der Stadt entlang einer einzigen Straße. Wieso das beleuchtete Fische, Robben und Delfine sind, weiß ich aber halt auch nicht. Die Stimmung ist eignetlich nicht so wichtig, aber Plätzchen müssen her - also haben wir uns gestern endlich mal ans Werk gemacht: Vanillekipferl (an der Form arbeiten wir noch) und Bratapfelkekse!



Konnte ja keiner wissen, dass mein Paket von zu Hause, inklusive den weltbesten Plätzchen von Oma und Spekulatiuskeksen heute ankommt... jetzt hab ich also ein ganzes Sortiment und bin gewappnet für die nächsten Tage (Wochen?).

Im Stress bin ich sogar auch, nur hat der weniger mit Weihnachten zu tun, sondern eher mit unserem bevorstehenden Trip! Am Samstag soll’s losgehen und jetzt sind meine Tage gerade vollgepackt mit TO DO-Listen schreiben, packen, Essen einkaufen, Malariatabletten besorgen, Geld wechseln, Routenplaner ausdrucken, waschen, aufräumen, Kühlschrank leer essen, saubermachen.

Und dann wär da noch der Lehrplan für das nächste Schuljahr an der BAS, den Ferdi und ich vor Abfahrt noch fertigstellen müssen. Da wir unser Konzept jetzt von Hausaufgabenbetreuung auf Mathe- und Englischunterricht umstellen, müssen wir viel Material neu sammeln, Themen ausarbeiten, Arbeitsblätter erstellen – so Lehrerzeugs eben! Auch wenn mich die 20 Mathebücher vor mir auf dem Tisch nicht gerade anlächeln, macht es irgendwie auch Spaß, Unterricht mal von einer anderen Seite anzugehen als es sonst immer war und mal selbst zu planen. Trotz allem wird der schulische Teil an der BAS eine größere Verantwortung sein als bisher (nicht zu vergessen, dass wir nach wie vor keine ausgebildeten Lehrer sind) und ich hoffe sehr, dass die Kinder tatsächlich mehr Fortschritt machen und das ganze nicht nach hinten losgeht.
In der Fotogalerie sind übrigens auch ein paar Bilder von unserem Sommer Camp Anfang Dezember, was meiner Meinung nach ein voller Erfolg war. Es hat viel Spaß gemacht, mal wieder mehr Zeit mit den Kids zu verbringen und wir hatten viele coole Activities wie Schwimmbad, Filme, Fahrradparcours, Batiken, GoKart fahren, Olympische Spiele, Grillen... und auch wir Coaches haben überall mitgemacht und durften bei einer Runde Laser Tag mal wieder ganz Kind sein und durch die Gegend rasen um Leute abzuballern. Ich fands mega.

Anyway – falls wir es in den nächsten zwei Tagen wirklich schaffen, das Auto auf Vordermann zu bringen, fahren wir am Samstagmorgen los Richtung Botswana. Wir, das sind Ferdi, Ndili (ein Freund von hier, seinem Vater gehört das Auto), Peter (Praktikant bei Hitradio Namibia), den wir vor ein paar Wochen hier kennengelernt haben und ich. Unsere Haustiere, die Mosquitos und Kakerlakis, lassen wir zu Hause. (Dreist die Dinger, sieht man nie länger als 2 Sekunden, was viel zu kurz ist um die Fliegenklatsche zu holen; haben mir schon einige Runden Früh-und Spätsport beschert)



Wir fahren also durch die Kalahari Wüste über die Grenze nach Botswana, besuchen die Bushman, fahren weiter ins Okavango Delta, wo wir in einem Backpackers mit hoffentlich vielen coolen Leuten Weihnachten verbringen. Weiter nach Norden und somit zurück nach Namibia in den Caprivi Streifen und von da aus zu den Victoria Falls an der Grenze zu Sambia und Simbabwe. Nach dem Vic Falls Carnival Festival fahren wir auf namibischer Seite zurück ins Vamboland und dann nach Windhoek. Teil 2 nach 1-2 Tagen Pause führt uns (hoffentlich) dann mit einer leicht veränderten Crew Richtung Süden zum Fish River Canyon und nach Lüderitz. Das ist also die Mission. Inwiefern wir es schaffen, sie zu erfüllen, erfahrt ihr im Januar.

Ich wünsche euch tolle Weihnachtsfeiertage, leckeres Essen, große Geschenke, viele liebe Menschen und vielleicht auch ein paar Zentimeter Schnee?





Bis nächstes Jahr,
Julia


Mittwoch, 27. November 2013

# 7 This is Namibia – Land of the brave!



Dies ist eins meiner Lieblingsbilder vom letzten Wochenende – aus den Sossusvlei Dünen im Süden Namibias! Da wir das mit dem Selbstorganisieren nicht so ganz hingekriegt haben, haben wir uns dem Touri-Trip eines Backpacker Hostels angeschlossen...also sind wir, Ruth, Ferdi, Tim und ich, am Samstag morgen zu unmenschlichen Zeiten (für BAS-Freiwillige) gen Süden gefahren. Der Trip bestand aus nur einer Übernachtung, aber eigentlich hat das auch gereicht, denn in den zwei Tagen sind wir für Sonnenuntergang und Sonnenaufgang auf zwei Dünen geklettert, haben eine gruselige Nachtwanderung durch die Pampa Namibias gemacht, einen Mini-Canyon besichtigt, sind zum Deadvlei gewandert, haben ein paar Stunden am Pool verbracht und leckeres Essen gegessen. Für mich Sonnenkind waren diese morgendlichen Stunden auf Düne 45 das Highlight des Wochenendes. Es war super anstrengend so früh aufzustehen und dann auch noch auf eine Düne zu klettern, aber es war es definitiv wert!



Eine weniger spaßige Angelegenheit war die besagte Nachtwanderung, die uns eigentlich als „you guys are just gonna walk back so I can prepare dinner“ angekündigt wurde, dann aber statt einer halben Stunde eine ganze gedauert hat und der Geheimtipp, nicht der Straße zu folgen sondern die Abkürzung querfeldein „in direction of that mountain over there“ zu nehmen hat sich als sehr gewagt herausgestellt, weil wir uns plötzlich nicht mehr einig waren, auf welchen Hügel er gezeigt hatte, es auf einmal einfach dunkel war, plötzlich 50m von uns entfernt ein Oryx (mit Hörnern) rumstand und Ferdi fast auf eine Schlange getreten wäre... Naja, wir sind dann doch irgendwie angekommen und haben überlebt J Als Stärkung gab es dann einen leckeren Braai (François hat gegrillt) mit Lamb Chops, Boerewors (Bratwurst), gegrillten Kartoffeln und Squash gefüllt mit Mais – deluxe! Übrigens ist die Oryx-Antilope das Wappentier Namibias, was François auch jedes Mal mit einem „Oryyyyyx on your right – SALUTE!“ gefeiert hat. Außer das François uns auf Hin-und Rückfahrt sehr viel über Namibia, Geschichte, Kultur Landschaft und Vegetation erzählt hat, hat er jedes Ereignis mit „This is Namibia – Land of the brave“ kommentiert... ein sehr stolzer Namibier, unser gute-Laune-Guide J

Am nächsten Morgen haben wir also um 4 Uhr unsere Zelte abgebaut, einen Kaffee geschlüft und sind Richtung Sonnenaufgang gefahren. Nach der Düne 45 stand eine Wanderung zum Deadvlei an (dort war mitten in der Wüste ein kleiner See, jetzt findet man nur noch eine Lehmschicht und abgstorbene Bäume) und haben ein paar Touri Fotos geschossen – Crazy Daddy, eine der höchsten Dünen der Welt haben wir dann nur noch von unten bestaunt...es ist so anstrengend auf dem Sand zu laufen! An der Tankstelle neben der Campsite hatte es mittags 42 Grad...




Auf der Fahrt in den Süden sind wir übrigens an einigen kleinen Siedlungen vorbeigekommen, wo ein paar Leute quasi mitten im nirgendwo mit ihren Schafen, Eseln und Pferden leben. Auf der Hinfahrt ist plötzlich aus einem der Häuser eine zierliche, junge Damara-Frau mit den Armen fuchtelnd auf uns zu gerannt gekommen und wollte ein Stück mitgenommen werden. Da kurz darauf Schwester, Mann, Kind, Baby und Großmutter mit Gepäck hinterherkamen, dachten wir schon jetzt wird’s eng, aber im Endeffekt wollte nur zwei Frauen und Baby mit. Rausgelassen haben wir sie ein paar Kilometer weiter, als am Straßenrand zwei Esel auftauchten. Häuser haben wir da keine gesehen. Witzig war aber, dass die gleiche Frau auf der Rückfahrt wieder angerannt kam und wieder mit zurückfuhr. Da François auch Damara ist (zumindest spricht), haben die zwei uns durch das Automikro einen Damara-Song gesungen...hihi.



Ausgerechnet an diesem Wochenende, wo wir nicht in Windhoek waren, hat es zuhause mal wieder geregnet. Es mag für euch unnachvollziehbar klingen, aber nach so zahlreichen Sonnenstunden in den letzten vier (!!!) Monaten, wünscht man sich tatsächlich des Öfteren Regenwolken, die uns eine kleine Abkühlung genehmigen... Ich dachte nicht, dass ich das jemals sagen werde, aber ich vermisse dich deutsches Herbst-Schmuddelwetter! Vor zwei Wochen hatte ich meine erste Erkältung/Husten in Namibia und es war echt unerträglich in der 24-Stunden-Hitze.

Meine neuste Entdeckung ist das Schwimmbad in Olympia (einem Stadtteil etwas außerhalb von Windhoek), wo ich eigentlich schon länger mal hinwollte, es aber nie geschafft habe. Jedenfalls habe ich mich gefühlt wie ein neuer Mensch, als ich letzte Woche zum ersten Mal nach Monaten wieder schwimmen war. Das Schwimmbad ist überraschend modern und ebenso preiswert, und da dort viele Weiße zum schwimmen hinkommen ist es auch nicht ganz so unangenehm im Bikini rumzulaufen.

Dieses „Weiß sein“ war in letzter Zeit ehrlich gesagt nicht so mein Ding, irgendwann kommt es wohl einfach mal zu einem Punkt, wo einem das ständige angelabert/angestarrt werden bzw. einfach offensichtlich anders zu sein und anders behandelt zu werden, zu viel wird. Vor ein paar Wochen hat einer versucht, mich zu überfallen als ich ausnahmsweise alleine durch Katutura gelaufen bin. Da ich meine Tasche aus Reflex festgehalten hab, hat er in mein Handgelenk gebissen. Ich trage nie wertvolle Sachen mit mir rum und zum Glück sind dann andere Leute näher gekommen, sodass er nichts mitgenommen hat und mir auch nichts schlimmeres passiert ist.
Keine Sorge, mir geht es gut – die ganze Sache belastet mich eher in der Art, dass ich wütend bin auf diese ganze „Ich bin schwarz, du bist weiß“ -Perspektive. Ich hatte meine vergammeltsten Kleider an, sah fertig aus und war komplett eingestaubt und trotzdem sah ich „überfallenswert“ aus, weil ich weiß bin. Weiße sind einfach reich, das ist hier wie ein Gesetz. Egal wie gut ich mittlerweile manche Namibier kenne, ich bin und bleibe weiß und anders. Oft finde ich das sehr schade, weil so in den Hintergrund gerückt wird, wer du wirklich bist, du bist ja ne Weiße (So extrem gilt das jetzt nur für Taxifahrer, die dich heiraten wollen oder Verkäufer, Leute, die du nicht kennst eben). Aber auf der anderen Seite muss man auch die Leute irgendwo verstehen, vor allem die, die außer Katutura/Windhoek in ihrem Leben noch nichts gesehen haben. Es wird ihnen ja hier auch noch täglich vorgelebt; die Weißen wohnen hauptsächlich in den „besseren“ Vierteln und haben ihre eigene Community. Arme Weiße, seien es Bettler, Hausangestellte oder Security Leute, gibt es hier nicht. In der Hinsicht bin ich als blonde Frau, die alleine durchs Township läuft, wohl eine einzige Provokation.
Dieser Kontrast von der Stadt nach Katutura und wieder zurück, den ich täglich erlebe, scheint mir einfach im Moment so krass, aber ich denke, das geht auch wieder vorbei und dann wird es auch wieder Tage geben, wo ich mich über die Kinder freue, die auf mich zugestürmt kommen und mich umarmen oder mir zurufen. Natürlich macht es immer noch super viel Spaß mit unseren (meistens) süßen BASKids und den 5. Klässern an den Grundschulen zu trainieren. 
Ich arbeite auch hart an meinem Oshivambo, eine Lehrerin von einer der Grundschulen gibt mir ab und zu ein bisschen Unterricht, sodass ich vielleicht bald mit einigen in ihrer Muttersprache smalltalken kann und mich so von dem restlichen deutschen Volk hier differenzieren kann...haha. Mein neues Lieblingswort ist Oshizizi, das heißt „grün“ :-).

Paula, Tochter meiner Lehrerin
Übrigens bin ich hier jetzt nicht ständig in Depri-Laune auch wenn das grad so klingt – ich bin immer noch sehr happy, diese Erfahrung machen zu dürfen und bereue keinen Teil davon! ...Es gibt schließlich immer und überall mal gute und mal schlechte Tage!
Zurzeit plane ich mit Ferdi und ein paar namibischen Freunden unseren Trip über Weihnachten und Silvester, der uns in den Norden Namibias, den Caprivi Steifen, zu den Victoria Falls und ins Nachbarland Botsuana führen soll. Am meisten freue ich mich auf Silvester, wo wir auf einem internationalen Music Festival direkt an den Victoria Falls sein werden. (www.vicfallscarnival.com).

Bevor es losgeht, stehen aber noch die letztens Exams der BAS Kids und unser Sommercamp an, das wir gerade kräftig planen. Eventuell werden wir neben vielen Anti-Basketball-Activities einen Erste-Hilfe-Kurs vom Roten Kreuz mitmachen und das State House besuchen können. Ob das wirklich klappt sehen wir dann... :-)

Der Monat November war etwas chaotisch an der Basketball Artists School, weil wegen der Prüfungsphase immer nur wenige Kids gekommen sind und für den ganzen Stoff, der für die einzelnen Fächer zu lernen ist, im Endeffekt nicht genug Zeit war. Auch in Namibia, wie wahrscheinlich fast überall auf der Welt, herrscht bei den Schülern die Einstellung, dass am Tag vor dem Exam zu lernen am effektivsten ist und völlig ausreicht. Naja! Die Awards Ceremony des letzten Trimesters konnten wir letzten Freitag auch endlich abhalten und viele Kids wurden ausgezeichnet.




Mitte Januar wird das neue Schuljahr beginnen und an der BAS steht ein Umbruch an. Für das Hauptprojekt werden wir neue, jüngere Kinder auswählen, und die bisherigen 20 Jungs und Mädels werden nur noch ab und zu für den Basketballteil kommen. Einige sind mittlerweile seit 3,5 Jahren dabei und im kommenden Jahr werden die allermeisten auf weiterführende Schulen gehen, die zu weit weg sind um pünktlich zur BAS zu kommen. Auch der Academics-Teil wird umstrukturiert und sich nicht mehr auf Hausaufgaben konzentrieren, sondern auf zusätzlichen Mathe- und Englischunterricht, der den Kids ein gutes Grundverständnis verschaffen soll, sodass sie besser auf ihre Exams, aber auch auf das Leben nach der Schule vorbereitet werden.
Ebenso werden wir auch das Programm an den Grundschulen weiterführen um wiederum neue und jüngere Spielern im Rahmen von AGs bzw. Sportunterricht an die Grundlagen des Basketballs heranzuführen und die Sportart zu verbreiten.

Mehr Infos zu meiner Arbeit an der BAS habe ich auf der BAS-aktuell Seite eingestellt.

Ich nehme an, das war schon wieder viel zu viel Information auf einmal – sorry – aber hey, wer bis zum Ende angekommen ist, bekommt einen dicken Luftkuss! Und wer mir jetzt auch noch antwortet und ein Update aus seinem Leben gibt, hat eine sehr hohe Chance auf eine Weihnachtspostkarte straight from Namibia! Let’s go!

Ich vermisse euch alle sehr und sende wie immer ganz viel Sonne in die Heimat!

Kuss, Julia


Donnerstag, 31. Oktober 2013

#6 Life

Ach herrjee, ich sag das irgendwie immer, aber meins echt ernst - Die Zeit rast und ich komm gar nicht hinterher mit dem bloggen hier.

Während ihr bald Adventskalenderfenster öffnet, öffne ich weiterhin fleißig meine Zimmerfenster um die bestmögliche Zusammensetzung von frischer Luft und Faltern/Mücken in meinem Zimmer zu erzielen. Ich hoffe, dieses Wetter hier gehört jetzt endlich offiziell zum Sommer, ansonsten weiß ich nicht, wie sich das noch groß steigern soll! Auf dem Court ist es nachmittags jetzt richtig heiß und ohne ausreichend zu trinken bzw. Sonnencreme auch nicht auszuhalten. Unser warmes Wasser haben wir schon vor ein paar Wochen abgestellt – aber das kalte Wasser ist eigentlich auch nicht mehr kalt, weil sich die Wasserrohre durch die Sonne auch aufheizen. Immerhin geht aber so auch unser Stromverbrauch ein bisschen runter und man muss seltener zum Prepaid-Strom-Automaten gehen :-). Ganz praktisch sind übrigens auch die Ein-/Ausschalter an jeder Steckdose, die einem ebenfalls zumindest den Eindruck geben, energiesparend zu leben...

Hier noch ein paar andere Sachen, die ihr vielleicht nicht wusstet;-)

  •        Ich bin euch jetzt eine Stunde voraus!
  •        Sonnencreme kostet hier ca. 11 Euro.
  •        Omilonganhatunondigoye ist die Zahl 39 auf Oshivambo...glaub ich.
  •        Namlish- Sprachkurs :
„now“ – später
„now-now" - gleich
„now-now-now“ – jetzt

 „No moss“ – nee mann
  •        Windhoek ist 8.036,94 km von Landau entfernt, zu fahren wären das 11.616 km...
  •        In WHK gibt es keine Postleitzahlen bzw. keine Briefkästen
  •        In Namibia ist Helmpflicht für Radfahrer
  •        Es gibt Orte in Namibia, bei denen es seit zwei Jahren nicht mehr geregnet hat.
  •        Mein Oshivambo-Name ist „Pelombe“...
  •        Waschmaschinen sind eine einzigartige Erfindung.


Ansonsten waren die letzten Wochen sehr ereignisreich:

Ende September waren wir ein Wochenende im Etosha Nationalpark... Aber nicht wegen der Landschaft, die vor Beginn der Regenzeit und dank der gravel roads sehr grau war, sondern wegen Elefant, Giraffe, Zebra, Nashorn, Kudu, Oryx, Springbock, Schakal, Honigdachs, Gnu, Hyäne, Kaninchen, und Strauß (und...?)! Wir haben also alles mögliche zu Gesicht bekommen – außer einen Löwen. Next time! Ein besonderes Spektakel hat uns eine Elefantenherde (ca. 25 Tiere) geboten, die plötzlich in der Ferne aufgetaucht ist, als wir an einem Wasserloch Halt gemacht haben. Mehr als zwei Stunden haben wir die elephants beobachtet und sämtliche Beziehungen analysiert... es war so beeindruckend – besser als jede Tierdoku.
Witzig sind jedenfalls die Wasserlöcher bei den Camps, wo sich an mehreren Tageszeiten richtig die künstlich angelegten Tribünen füllen... Vor allem wenn sich die Extrem-Tierfilmer-Touristen mit Stativ, Nachtkamera, Ziphosen und kariertem Hemd einfinden, die dir bei jeder deiner Bewegungen einen bösen Blick zuwerfen. Ich war für diese Angelegenheit eindeutig zu ungeduldig, aber nachdem wir in der ersten Nacht von Weitem 2 Nashörner gesehen hatten, war es in der zweiten Nacht umso witziger als die Spannung durch ein zum Wasser hoppelndes Kaninchen unterbrochen wurde, das natürlich auch von allen Objektiven gleich eingefangen wurde. Ich hab mich gefühlt wie bei der „Versteckten Kamera“ und wir beschlossen durch unsere Lachattacke nicht weiter zu stören und zum Zelt zurückzugehen.

Vor kurzem wurde dann meine Afrika-Tier-Kollektion noch um einige Geparden- und Leopardenbilder erweitert als wir auf der ältesten Lodge Namibias („Düsternbrook“) campen waren. Natürlich waren die Katzen nicht komplett wild, sie sind von der Camping Area abgetrennt und werden täglich gefüttert. Weil sie das gewöhnt sind, konnten wir auch so nah an sie ranfahren...es war aber trotzdem faszinierend – Vor allem Leoparden sind einfach wunderschöne Tiere. Cool war, dass wir dort auf der Farm direkt im Flussbett campen konnten und ab und zu mal ein paar Pferde, Gnus, Kudus, Pumbas und leider auch Baboons vorbeigekommen sind.Die Nächte waren spannend....Wildlife pur jedenfalls;-)




Man wird ja so schon relativ oft mit deutschen Dingen konfrontiert hier, aber letztes Wochenende kam der Höhepunkt: Oktoberfest in Windhoek. Das Bier war tatsächlich echt nicht schlecht und die original Oktoberfestband „die Kirchdorfer“, die aus München eingeflogen wurde, hat ordentlich Stimmung gemacht. Eine Scheibe Leberkäs’ mit Kartoffelbrei hat den Tag dann perfekt abgerundet...:-)

Hier könnt ihr mal reingucken...

Was gibt’s sonst noch Neues....
Frank, unser Chef, ist nach seinem Deutschlandurlaub wieder zurück in Namibia und an der BAS. Die Trainingsverteilung haben wir jetzt etwas verändert, sodass Ferdi und ich ein bisschen weniger Verantwortung haben als die letzten Wochen. Aber es ist gut, dass Frank nach dem Ende seines Langzeitprojekts und der Arbeit beim namibischen Basketballverband jetzt mehr Zeit für die BAS hat und somit jetzt hoffentlich bald auch der Bau unseres eigenen Klassenzimmers Realität wird.
Die Kids sind nach wie vor meistens very sweet und es macht weiterhin sehr viel Spaß, an der BAS zu sein. Auch wenn wir jetzt in die Exam-Phase kommen und alles ein bisschen chaotischer zugeht... Aber ab Anfang Dezember sind Sommerferien und im neuen Jahr kommen dann alle in eine neue Klassenstufe und es wird einige Veränderungen geben. Es bleibt spannend!

Mittlerweile haben Ferdi und ich es auch tatsächlich geschafft, unser kaputtes Fahrrad reparieren zu lassen, sodass wir endlich auch apart von Taxis mobil sind. Allerdings hatte ich bisher immer noch Angst, dass es früher oder später auseinanderfällt bzw. haben die Berge sowie der Verkehr mich ein bisschen abgeschreckt...sodass bisher eher Ferdi der Hauptnutzer war... aber was nicht ist, kann ja noch werden. Fahrradfahren hat schon was ;-)
Mit meinem Basketball-Team, den Sparks, haben wir leider in den Play-Offs-Finals (Best of 5) bitter verloren und wurden also nur 2. Das ganze war für mich eher eine frustrierende Angelegenheit im Endeffekt... aber solange man versucht, nicht zu erwarten, dass alles klappt, was man sich vorstellt und es schafft, über den Schirientscheidungen zu stehen, macht es auch Spaß hier zu spielen... :-)

Verrückt, es ist schon November... diesen Monat werden wir hoffentlich auch noch ein, zwei Mal übers Wochenende wegfahren (Ziel sind die Dünen von Sossusvlei) und dann ist auch schon Dezember...Sommerferien...Weihnachten..Silvester... In der Zeit wird an der BAS nichts los sein und wir versuchen eine größere Tour irgendwo im südlichen Afrika zu planen. Genaueres steht noch nicht fest, aber die Reisegruppe ist noch nicht komplett, Besucher sind also jederzeit willkommen in Windhoek und dürfen gerne mitkommen! :-)

So, mal wieder genug getextet, ich versuche, dass ab sofort regelmäßiger und kürzer zu gestalten, promise ;-)

Meldet euch, erzählt mir vom Winter, was gibt’s Neues in Germany?
Ich schicke euch ganz viele warme Sonnenstrahlen und liebe Grüße!


Julia

Donnerstag, 19. September 2013

#5 Wüste statt Purzelmarkt

„Hast du Lust übers Wochenende nach Swakop zufahren und kannst in 'ner halben Stunde mit deinem Zeugs bei mir sein?“

So hat letzten Freitag der spontanste Trip meines Lebens begonnen. Nach einer zweistündigen Fahrt auf der Teerstraße Richtung Westen mit Ruth (Praktikantin bei der GIZ und ehemalige weltwärts-Freiwillige) und Marcel (Mitarbeiter der GIZ in Deutschland; zu Besuch) und meinem ersten Gravel Road-Abenteuer, sind wir dann bei Dunkelheit Nähe Ukasos bei der Lodge Ameib angekommen. Während den letzten 40 Minuten fernab von der Teerstrasse habe ich nicht nur den typischen Gravel-Road-Geruch kennengelernt, sondern auch feststellen dürfen, dass bei offenem Fenster blitzschnell alles mit einer Staubschicht überzogen ist und dass die Fahrt bei Dunkelheit, drückender Blase und plus 60 km/h, Silverstar-Qualitäten hat. Das Highlight meines Freitags war aber auf jeden Fall unsere überraschende und völlig untypische Begegnung mit einem wilden Bergzebra, was wenige Kilometer vor der Lodge im Strahl unserer Scheinwerfers kurz wie angewurzelt stehen blieb und uns frech angrinste. Wir hätten es fast noch übersehen, ist doch das Auto erst ca. 2 Meter vor dem Tier zum Stehen gekommen. Ich war natürlich total aus dem Häuschen und wieder hellwach.
An der Lodge angekommen, bekamen wir glücklicherweise auch zu später Stunde noch einmal das Buffet aufgebaut und neben Kudu, Wildsalami, Rauchfleisch, Reis, Gemüse, Salat, leckeren Pfannkuchen, gab es auch panierte Schnitzel :-). Die Besitzer waren, wie so oft, Deutsche.
Als Ruth und ich am nächsten Morgen aufgewacht sind, konnten wir es kaum glauben, als wir vor unserem Fenster riesige Felsformationen sahen, von denen wir am Vorabend nicht die geringste Ahnung hatten. Das reichhaltige Frühstück (es gab Körnerbrot!), hat dann auch die 650 NAD für die Übernachtung wieder ein bisschen wettgemacht und wir sind gleich danach die wenigen Kilometer zur Bull’s Party und zum Elephant’s Head gefahren. Es war wirklich beeindruckend, dort plötzlich nur von der sich ewig hinziehenden Felslandschaft umringt zu sein, waren wir doch 15 Minuten vorher noch in unserem Doppelzimmer in der Lodge. Ganz in der Nähe befindet sich die Phillip’s Cave, wo wir dann auch hin gewander-klettert sind. Der Hike war interessant, auch gut anstrengend in der Mittagssonne, aber oben angekommen erwartete uns am eigentlichen Ziel neben dem tollen Ausblick nur verblasste Felsmalereien, die ich als eher unspektakulär empfand....

Nachmittags haben wir uns wieder auf den Weg gemacht und haben dann gegen 16.00h Swakopmund erreicht. Ist ja echt süß da! Natürlich war es erstmal toll mal wieder am Meer zu sein; vor allem hat mich das Bild eines Stegs ganz in der Nähe unserer Unterkunft total an Carmel erinnert. Der Strand war genauso windig und der Atlantik genauso eisig wie der Pazifik immer war... Die Erkundung der Stadt war sehr bald abgeschlossen, das „Stadtzentrum“ ist wirklich nicht sehr groß. Lustig war nur immer wieder die altdeutschen Bauten zu sehen, die aber so unecht aussahen, dass wir uns gefühlt haben, als wären wir im Disneyland.
Dinner gab es dann im Restaurant Tug (sehr zu empfehlen), direkt am Ufer, mit Sonnenuntergang und einem sehr leckeren Menü. Zurück in unserer Unterkunft mit dem Namen Prinzessin Rupprecht (ein ehemaliges Krankenhaus und Pflegeheim), war der Tag voller Vorfreude auf die bevorstehende Wüstentour doch relativ schnell beendet.

Am nächsten Morgen ging das Abenteuer Namib dann los. Mit unseren Guides und ca. 10 anderen Touristen sind wir mit zwei Landcruisern losgefahren in das gelbe Meer. Der erste Teil der Tour war den Bewohnern der Wüste gewidmet und von Spinne über Käfer zu Chamäleon, Schlange und Gecko haben wir alles gesehen. Faszinierend wie diese kleinen Tierchen sich der zweittrockensten Wüste der Welt angepasst haben und dort seit Jahren überleben. Die zweite Hälfte der Tour bestand aus Dünencruisen... ging ganz schön ab! Ruth und ich saßen in der hintersten Reihe des Landcruisers und mussten uns immer von der Decke weg in die Sitze drücken, hallo Adrenalin ;-)
Fazit: Ein wunderschönes Wochenende... da lohnt es sich doch mal, alles stehen und liegen zu lassen an einem Freitagabend! -->Bilder aus Swakop gibt’s in der Fotogalerie!:-)

Ansonsten ist alles bestens. Meine Arme werden bräuner, mein Bauch immer weißer und meine Haare immer blonder. Life is good.
Aber diese Woche war dann doch relativ anstrengend, vor allem weil es jetzt jeden Tag heißer wird und die Kids quengliger. Ich will nicht wissen, wie ich im Dezember stundenlang auf dem Court stehen werde...
Naja, mir geht es wirklich gut hier, es ist irgendwie immer was los und jeder Tag bleibt spannend. Ich hoffe, ihr verkraftet das Ende des Sommers.... sonnige Grüße in die Heimat:-)

Julia


P.S. Es ist auch ein neuer BAS.Blog-Eintrag erschienen: http://www.parkettgeschichten.de/bas-blog-16-bas-girls-gewinnen-silber